Das BfG widmete sich der umfassenden Untersuchung des aktuellen Gewässerzustands der Unteren Spree sowie der Modellierung künftiger Veränderungen durch den Klimawandel. Ziel war es, ökologische Kontrollparameter zu bestimmen und Anforderungen für einen ökologischen Mindestabfluss abzuleiten.

Ökologische Bewertung: Nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) wird der Zustand der Unteren Spree derzeit als „mäßig“ bis „unbefriedigend“ eingestuft.

Strukturdefizite: Die Bewertung des Makrozoobenthos (wirbellose Bodenlebewesen) zeigt, dass das Gewässer massiv unter morphologischer Degradation und Strömungsarmut leidet. Strömungsliebende Arten werden zunehmend durch Stillwasserarten verdrängt. Ergebnisse

Chemische Belastung: Die Sulfatkonzentrationen liegen an allen Messstellen deutlich über dem Orientierungswert von 200 mg/l, was die Erreichung eines guten Zustands zusätzlich erschwert.

Ein zentrales ökologisches Problem der Unteren Spree ist der Sauerstoffhaushalt.
Algenwachstum: Durchflossene Seen wie der Schwielochsee wirken als Bioreaktoren für Phytoplankton.
Sauerstoffzehrung: Wenn diese Algenbiomasse in den unterhalb gelegenen Fließstrecken abgebaut wird, kommt es zu massiver Sauerstoffzehrung.
Kritische Werte: In den Sommermonaten fallen die Sauerstoffwerte regelmäßig unter den fischkritischen Wert von 4 mg/l.


Um die ökologische Funktionsfähigkeit der Spree zu erhalten, wurden neue Ansätze zur Mindestwasserbemessung entwickelt:


Anpassung der Morphologie: Da die Spree künftig mit weniger Wasser auskommen muss, ist eine morphologische Anpassung des Flussbetts (z. B. Querschnittsverengung) unerlässlich, um die notwendige Strömungsdynamik auch bei Niedrigwasser zu erhalten.
Stützung der Abflüsse: Die Berechnungen zeigen, dass die heutigen Mindestwasserwerte bereits regelmäßig unterschritten werden. Ein künftiges Management muss sicherstellen, dass kritische ökologische Schwellenwerte nicht dauerhaft unterschritten werden, um das Aussterben sensibler Arten zu verhindern.

Empfehlungen

Ökohydrologische Mindestwasserwerte

Alle gezeigten Messdaten sind Eigentum des BfG und unterliegen den Urheberrechten. Sie können nach Anfrage an die SpreeWasser:N-Koordination ggfls. zur weiteren Verwendung zur Verfügung gestellt werden.