Oberflächengewässer

Das Einzugsgebiet der Unteren Spree erstreckt sich nördlich des Neuendorfer Sees bis zum Standrand von Berlin, wo sie bei Erkner in den Dämeritzsee mündet. Der Verlauf der Spree ist stark eiszeitlich geprägt und hat in Brandenburg einen typischen Flachlandflusscharakter. Da große Teile der Fließgewässer in der geologischen Formation des Berliner Urstromtals liegen, ist das Fließgefälle weitestgehend gering, was zu starker Verzweigung und Bildung von Auenlandschaften führt. In der Pilotregion der Unteren Spree weist die Spree eine Länge von 125 km auf und ihr Einzugsgebiet erstreckt sich nach hydrologischen Gesichtspunkten über eine Fläche von 2.595 km².

Die Müggelspree bei Hangelsberg

Das Abflussgeschehen der Spree ist von alters her sowohl durch große Überflutungen der Aue als auch durch längere Trockenperioden gekennzeichnet. Mit der Regulierung der Spree wurden umfangreiche Begradigungen und Einengungen umgesetzt, die zwar eine bessere Nutzung als Transportweg bei Niedrigwasser ermöglichten, gleichzeitig aber zur Einengung der Spreeaue und damit zum Verlust wertvoller Rückhalteflächen im Hochwasserfall führten.

Durch starke anthropogene Einflüsse stellt die Spree heute ein Gewässer dar, das erhebliche Defizite bezüglich Fließdynamik, ökologischer Durchgängigkeit, Selbstreinigungskraft und Strukturvielfalt aufweist. Die weiten Strecken der Spree sind nicht mit dem Umland vernetzt, potenzielle Feuchtstandorte sind trocken gelegt, Ufer- und Auenwald fehlen weitgehend.

Grundwasser

Das regionale Strömungsregime zeigt eine Grundwasserströmung von den Hochflächen in Richtung der Urstromtäler auf. Die Spree wirkt schließlich als Vorfluter und es sind mehrheitlich effluente Verhältnisse ausgebildet. Im Bereich der Brandenburgischen Urstromtäler weist der Grundwasserleiter ein nur geringes hydraulisches Gefälle von 1-2 ‰ auf, was zu geringen Grundwasserfließgeschwindigkeiten von 0,05 bis 0,5 m pro Tag führt.

Im Bereich der Grund- und Endmoränengebiete (z.B. Barminer Hochflächen, Beeskower Platte) findet über sand-dominierte Böden eine erhöhte Grundwasserneubildung statt. In den Niederungen und Flusstälern (Berliner Urstromtal) geht der Niederschlag dagegen als Oberflächen- und Zwischenabfluss der Grundwasserneubildung als direkter Abfluss verloren und speist damit nach Niederschlagsereignissen den Abfluss der Vorfluter.

Die süßwasserführenden Grundwasserstockwerke gliedern sich in drei aus Sanden und Kiessanden bestehenden Grundwasserleiterkomplexe (GWLK) mit zwischengelagerten Aquitarden aus gering- bis nichtleitenden Geschiebemergeln und tonigen Schluffen (s. Abb. 2):

  • GWLK 1 – oberer meist unbedeckter weichsel- und spätsaalekaltzeitlicher Grundwasserleiter in den Urstromtälern und Niederungen sowie weichsel- oder saalekaltzeitliche Sande auf den Hochflächen, großräumig für die Grundwassernutzung ausgeprägt,
  • GWLK 2 –wichtigster wasserwirtschaftlich genutzter Grundwasserleiter Brandenburgs (Hauptgrundwasserleiter), weitgehend bedeckt, in den Niederungen direkt den GWLK 1 unterlagert
  • GWLK 3 – vorwiegend tiefliegender elsterkaltzeitlicher Grundwasserleiter, gebildet durch tertiäre Sande oberhalb des Rupeltons (wichtigster grundwasserstauender Horizont zwischen Salzwasserstockwerken und den nutzbaren Süßwässern) sowie Sande und sandige Kiese der quartären Rinnen
Schematische Darstellung der Grundwasserleiterkomplexe (GWLK) in Brandenburg (Quelle: Wasserversorgungsplanung Brandenburg – Mengenmäßige Grundwasserbewirtschaftung, Hrsg. Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK), 2022.)